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Liebe Leserin, lieber Leser,
im letzten Gemeindebrief schrieb ich noch über meine Bedenken in Bezug auf unsere Fastenaktion „Stille“: „40 Tage tägliches Lesen im Begleit-Buch und tägliche Nachtgebete – wie soll ich das auch noch in meinem vollen Alltag unterbringen?“ Nun neigt sich diese besondere Zeit dem Ende zu und ich kann sagen: Diese Zeiten der Stille sind mir mehr eine Lust als eine Last.
Besonders die täglichen Nachtgebete bedeuten mir sehr viel. Abends ankommen in der Kirche. Empfangen von gregorianischer Musik und Kerzenschein - eine Atmosphäre, die zum Ruhig-Werden einlädt. Schlichte Lieder und gemeinsam gesprochene Psalmen und Gebete umrahmen die Zeit des Schweigens. Ich kann loslassen, auftanken, eintauchen in die Gegenwart Gottes.
Ähnlich wohltuend erlebe ich auch die Treffen in unserer ökumenischen Kleingruppe. Offene und ehrliche Menschen, bereichernde Glaubensgespräche, inspirierende Gebetsübungen. Auch die Gottesdienste sind wichtige Bausteine für eine Neubelebung meines Gebetslebens.
Was ist mir insgesamt klarer geworden über das Beten?
- In der Gemeinschaft kann ich noch besser zur Stille vor Gott finden. Das ist für mich die Entdeckung dieser Zeit: In der Einsamkeit fällt mir das „Still-Werden“ immer schwerer als in der Gemeinschaft mit anderen Menschen.
- Beten braucht regelmäßige Übung. Die häufige Teilnahme an den Nachtgebeten wurde für mich zu einer Art Geländer an einem Weg, der mich Schritt für Schritt näher zu Gott hin führt. Je mehr ich bete, desto leichter fällt es mir.
- Durch das regelmäßige Beten sind meine Zweifel weniger geworden und der Glaube gewachsen. Statt darüber nachzugrübeln, ob es Gott wirklich gibt, und ob ich beim Beten Selbstgespräche führe, habe ich in diesen Fastentagen einfach gebetet. Und beim Beten wuchs die Gewissheit über die Nähe Gottes.
Schade, dass die Fastenaktion bald wieder vorbei ist! Mit dem Beten werde ich natürlich trotzdem weitermachen. Dennoch wird mir die intensive Gemeinschaft der Betenden fehlen. Ich habe in dieser Zeit etwas in unserer Gemeinde erlebt, wonach sich mein Herz sehnt und wonach ich persönlich auch in der Kirche suche. Eine Frage bleibt für mich: Sollen wir auf irgendeine Art und Weise solche Gebete weiterführen?
Dankbar bin ich Jesus Christus, der in diesen Tagen seine Verheißung unter uns erfüllte: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Matthäus 7,7
Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen
Ihr Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
im letzten Gemeindebrief schrieb ich noch über meine Bedenken in Bezug auf unsere Fastenaktion „Stille“: „40 Tage tägliches Lesen im Begleit-Buch und tägliche Nachtgebete – wie soll ich das auch noch in meinem vollen Alltag unterbringen?“ Nun neigt sich diese besondere Zeit dem Ende zu und ich kann sagen: Diese Zeiten der Stille sind mir mehr eine Lust als eine Last.
Besonders die täglichen Nachtgebete bedeuten mir sehr viel. Abends ankommen in der Kirche. Empfangen von gregorianischer Musik und Kerzenschein - eine Atmosphäre, die zum Ruhig-Werden einlädt. Schlichte Lieder und gemeinsam gesprochene Psalmen und Gebete umrahmen die Zeit des Schweigens. Ich kann loslassen, auftanken, eintauchen in die Gegenwart Gottes.
Ähnlich wohltuend erlebe ich auch die Treffen in unserer ökumenischen Kleingruppe. Offene und ehrliche Menschen, bereichernde Glaubensgespräche, inspirierende Gebetsübungen. Auch die Gottesdienste sind wichtige Bausteine für eine Neubelebung meines Gebetslebens.
Was ist mir insgesamt klarer geworden über das Beten?
- In der Gemeinschaft kann ich noch besser zur Stille vor Gott finden. Das ist für mich die Entdeckung dieser Zeit: In der Einsamkeit fällt mir das „Still-Werden“ immer schwerer als in der Gemeinschaft mit anderen Menschen.
- Beten braucht regelmäßige Übung. Die häufige Teilnahme an den Nachtgebeten wurde für mich zu einer Art Geländer an einem Weg, der mich Schritt für Schritt näher zu Gott hin führt. Je mehr ich bete, desto leichter fällt es mir.
- Durch das regelmäßige Beten sind meine Zweifel weniger geworden und der Glaube gewachsen. Statt darüber nachzugrübeln, ob es Gott wirklich gibt, und ob ich beim Beten Selbstgespräche führe, habe ich in diesen Fastentagen einfach gebetet. Und beim Beten wuchs die Gewissheit über die Nähe Gottes.
Schade, dass die Fastenaktion bald wieder vorbei ist! Mit dem Beten werde ich natürlich trotzdem weitermachen. Dennoch wird mir die intensive Gemeinschaft der Betenden fehlen. Ich habe in dieser Zeit etwas in unserer Gemeinde erlebt, wonach sich mein Herz sehnt und wonach ich persönlich auch in der Kirche suche. Eine Frage bleibt für mich: Sollen wir auf irgendeine Art und Weise solche Gebete weiterführen?
Dankbar bin ich Jesus Christus, der in diesen Tagen seine Verheißung unter uns erfüllte: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Matthäus 7,7
Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen
Ihr Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie wirkt die einsame Bank auf dem Titelbild auf Sie? Ich höre zunächst die Einladung: Komm, setz dich ein wenig! Finde zur Ruhe und genieße die Stille! Doch sofort meldetsich eine andere Stimme in mir zu Wort: Dazu hast du keine Zeit! Und sie rechnet mir vor,was ich alles noch zu erledigen habe.
Ähnlich geht es mir auch im Hinblick auf die vor uns liegende Fastenaktion Stille. Das Angebot: 40 Tage mit 40 verschiedenen Impulsen zum Thema Gebet + Stille. Die bange Frage: Wie soll ich das auch noch unterbringen in meinem vollen und gestressten Alltag?
Doch dann erinnere ich mich an Situationen in meinem Leben, in denen ich wirklich einmal entspannt auf einer Parkbank vor mich hin träumte und innerlich ruhig werden konnte. Nicht selten fand ich in diesen Momenten einen ganz neuen Blick für das Wesentliche. Nicht selten konnte ich plötzlich Gottes Stimme wieder neu hören.
Vielleicht sind solche Parkbank-Zeiten so etwas wie das Ruder für ein Schiff. Sie können unseren Alltagen den richtigen Kurs geben. Wenn der Lärm um uns herum und in uns selbst verstummt, werden wir aufnahmebereit für die leise Stimme Gottes. Sie will uns ins Ohr flüstern, was wirklich dran ist. Sie möchte uns einladen zum Glauben und Vertrauen. Sie möchte uns ermutigen zu Schritten der Liebe.
Ich lade Sie ein, mit mir in der vor uns liegenden Passionszeit solche Parkbankzeiten mit Gott einzuplanen. In unserer 40-Tage-Aktion können wir uns ab Aschermittwoch täglich von einem Kapitel aus dem Stille-Buch von Elke Werner und Klaus-Günter Pache inspirieren lassen. Dazu bieten wir Kleingruppen an, in denen wir wöchentlich unsere Erfahrungen austauschen können. Und unsere Kirche steht jeden Abend von 21.30 Uhr bis 21.45 Uhr offen für ein schlichtes, gemeinsames Nachtgebet.
Nun, das Angebot steht - die Parkbank der Fastenaktion lädt uns ein: Komm, setz dich ein wenig! Finde zur Stille und begegne Gott! Ich bin gespannt, wer mit mir auf der Bank Platz nimmt und was wir dort mit Gott erleben werden.
Gottes Segen wünscht Ihnen
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie wirkt die einsame Bank auf dem Titelbild auf Sie? Ich höre zunächst die Einladung: Komm, setz dich ein wenig! Finde zur Ruhe und genieße die Stille! Doch sofort meldetsich eine andere Stimme in mir zu Wort: Dazu hast du keine Zeit! Und sie rechnet mir vor,was ich alles noch zu erledigen habe.
Ähnlich geht es mir auch im Hinblick auf die vor uns liegende Fastenaktion Stille. Das Angebot: 40 Tage mit 40 verschiedenen Impulsen zum Thema Gebet + Stille. Die bange Frage: Wie soll ich das auch noch unterbringen in meinem vollen und gestressten Alltag?
Doch dann erinnere ich mich an Situationen in meinem Leben, in denen ich wirklich einmal entspannt auf einer Parkbank vor mich hin träumte und innerlich ruhig werden konnte. Nicht selten fand ich in diesen Momenten einen ganz neuen Blick für das Wesentliche. Nicht selten konnte ich plötzlich Gottes Stimme wieder neu hören.
Vielleicht sind solche Parkbank-Zeiten so etwas wie das Ruder für ein Schiff. Sie können unseren Alltagen den richtigen Kurs geben. Wenn der Lärm um uns herum und in uns selbst verstummt, werden wir aufnahmebereit für die leise Stimme Gottes. Sie will uns ins Ohr flüstern, was wirklich dran ist. Sie möchte uns einladen zum Glauben und Vertrauen. Sie möchte uns ermutigen zu Schritten der Liebe.
Ich lade Sie ein, mit mir in der vor uns liegenden Passionszeit solche Parkbankzeiten mit Gott einzuplanen. In unserer 40-Tage-Aktion können wir uns ab Aschermittwoch täglich von einem Kapitel aus dem Stille-Buch von Elke Werner und Klaus-Günter Pache inspirieren lassen. Dazu bieten wir Kleingruppen an, in denen wir wöchentlich unsere Erfahrungen austauschen können. Und unsere Kirche steht jeden Abend von 21.30 Uhr bis 21.45 Uhr offen für ein schlichtes, gemeinsames Nachtgebet.
Nun, das Angebot steht - die Parkbank der Fastenaktion lädt uns ein: Komm, setz dich ein wenig! Finde zur Stille und begegne Gott! Ich bin gespannt, wer mit mir auf der Bank Platz nimmt und was wir dort mit Gott erleben werden.
Gottes Segen wünscht Ihnen
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
nun ist sie wieder da – die Zeit der Kerzen. Gerne entzünden wir sie an langen und dunklen Winterabenden. Es tut gut, in den warm flackernden Schein ihrer Flammen zu schauen und die Gedanken wandern zu lassen. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie so ein kleines Licht einen großen dunklen Raum ausleuchten und mit einer neuen Atmosphäre erfüllen kann. So ähnlich erfahre ich auch das Licht, das Jesus Christus in diese Welt und mein Leben bringt. Es hat schon manche undurchsichtige Situation um mich herum erhellt und oft schon den dunklen Raum meines Herzens verwandelt.
In wenigen Tagen werden wir wieder den lebendigen Adventskalender eröffnen. In diesem Jahr wollen wir an jedem Abend eine Fürbitt-Kerze entzünden und dabei für bestimmte Menschen und Gruppierungen in Friedrichsdorf beten. Zum Abschluss singen wir dann das Lied: „Tragt in die Welt nun ein Licht.“ Wir bringen damit zum Ausdruck, dass wir selbst zu Lichtquellen werden wollen für unsere Mitmenschen. Indem wir sie betend begleiten und indem wir darauf achten, wo wir einen Lichtstrahl in ihre Dunkelheiten bringen können.
Apropos Licht und Lebendiger Adventskalender. In der Vorbereitung auf diese Aktion wurden wir in diesem Jahr sehr beschenkt. Glaubensgeschwister aus der Katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius hörten im April unseren Hilferuf nach verantwortlichen Mitarbeitenden und klinkten sich spontan in die vielfältigen Vorbereitungen und Planungen mit ein. Das war für mich damals wie ein erhellender Lichtstrahl gewesen, der mich in meiner erschöpften Gedankenwelt erreichte. Und dann kamen noch etliche weitere neue Mitarbeitende dazu, so dass es richtig Spaß gemacht hat, mit so vielen motivierten Menschen diese Aktion vorzubereiten. Dabei erlebten wir übrigens auch, wie Ökumene sich gegenseitig befruchten kann. Wir unterstützen nun als Gemeinde auch ganz bewusst die Sternsinger-Aktion von St. Bonifatius und erweitern damit den Bogen unserer gemeinsamen Advents- und Weihnachtsaktivitäten bis in den Januar hinein.
Nun bin ich sehr gespannt, wie Christus sein Licht in den nächsten Wochen unter uns verbreiten wird. Bei öffentlichen „Adventskalenderabenden“ oder auch in privaten, stillen Momenten. Beim gemeinsamen Singen und Beten auf vielen Plätzen unserer Stadt und beim Segnen der Wohnungen und Häuser. Beim Füreinander-Beten und beim Miteinander-Handeln. Das Licht Jesu Christi möchte in unser Leben kommen. Lassen wir uns von ihm erhellen!
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
neulich fand ich diese nette kleine Geschichte von Lene Mayer-Skumanz:
Vor dem Schlafengehen läuft Jakob noch einmal durch den Garten. Er schaut den Apfelbaum an. „Den hast du schön gemacht, wirklich wahr“, sagt Jakob. Er riecht an den Rosen. „Die hast du auch schön gemacht.“ Er kostet ein paar Erdbeeren. „Mmmh! Die hast du am schönsten gemacht. Danke!“, sagt Jakob. Dann geht er ins Haus. Die Großmutter bringt ihn ins Bett. „Und jetzt beten wir.“, sagt die Großmutter. „Ich habe schon gebetet.“, sagt Jakob.
Jakobs einfacher und natürlicher Zugang zum Gebet fasziniert mich. Er sagt Gott einfach, was ihn gerade bewegt. Er bringt Gott spontan seine Freude und sein Staunen über Äpfel, Rosen und Erdbeeren. Er lobt Gott beim Schauen, Riechen und Schmecken. Er braucht kein offizielles Nachtgebet und bestimmt auch kein offizielles Erntedankfest, um Gott endlich einmal für all das zu danken, was er uns zum Leben schenkt. Jakob betet zeitnah, mitten im Leben.
Davon will ich mich inspirieren lassen. Meine Freude über den wunderschönen Blumenstrauß auf dem Altar will ich das nächste Mal gleich an Gott adressieren. Und beim ersten Schluck aus der dampfenden Kaffeetasse will ich morgens denken: „Das hast du gut gemacht.“ Und wenn der Herbstwald in den tollsten Farben leuchtet, möchte ich beim Spaziergehen Gott gratulieren für diese geniale Idee: „Selbst das sterbende Laub hast du so schön gemacht.“
Welche spontanen Gebete könnten Ihren Alltag durchziehen? Vielleicht der Dank für das warme Wasser beim Duschen? Oder die Freude an einer zärtlichen Umarmung? Oder der Genuss beim Hören von Musik? Gott zeitnah zu loben hat immer zwei positive Effekte: Es ehrt den Schöpfer und es lässt uns bewusster leben und genießen.
„Wir haben schon gebetet!“ - Vielleicht antwortet die Gemeinde beim Erntedankgottesdienst genau so wie Jakob auf meine Aufforderung: „Lasst uns beten!“. Dann werde ich bestimmt erst einmal geschockt sein, aber schließlich werde ich mit einem Augenzwinkern gen Himmel blicken und denken: „Sie haben verstanden!“
Ihr
Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
Ferien, Urlaub, Reisen - ich bin dann mal weg. Ja, wo bin ich denn?
Erinnerungen produzieren? Erinnerungen, die dann auf zigtausend Digitalfotos gebannt auf meiner Festplatte schlummern?
Oder bin ich ausspannen, endlich Ruhe erleben, aussteigen aus dem Alltag und tun, was ich schon immer tun wollte: nichts.
„Ich will etwas erleben im Urlaub. Dann habe ich etwas Schönes, an das ich mich erinnern kann. Meine Erinnerungen kann mir niemand mehr nehmen.", so höre ich immer wieder. - Oh doch.
Gibt es da nicht ein Gleichnis in der Bibel von einem reichen Menschen, der ganz viele Erfahrungen und Urlaube machte und Erinnerungen anhäufte, bis er ganz zufrieden war?
Oder ging das Gleichnis so, dass da ein Mensch die benötigte Ruhe, das Ausspannen, das "Chillen" aufsparte für den Urlaub, die Ferien, um sie dann auszukosten?
Sprach nicht Gott zu den beiden, dem Erlebnis-Anhäufer und dem Ruhe-Anhäufer: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“
Nein, das Gleichnis handelt vom reichen Kornbauern (Lukas 12, 16-21), der Ernte anhäufte, aber egal, alles angehäufte Diesseitige wird uns genommen werden, eines Tages. Das eine früher, das andere später. Selbst die angehäufte Ruhe, selbst die Erinnerungen.
Irgendwo zwischen Erlebnis und Ruhe verbringen die meisten Menschen ihren Urlaub, soweit sie sich den klassischen Reise-Urlaub leisten können. Manchmal wird von Reisebüros beides angeboten: zunächst Erlebnisreise, dann Ausspannen am Meeresstrand. Ich selbst fahre gerne in Urlaub, in allen Varianten. Trotzdem spüre ich: das Anhäufen von Erlebnissen kann uns ablenken vom Erleben der Erlebnisse, vom Wahrnehmen des Erlebten. Ich möchte mir keinen Film, keine Erinnerungen und keine Bilder über meine Reise ansehen, sondern die Reise selbst erleben. Jetzt.
Deshalb macht es keinen Sinn, von Urlaub zu Urlaub, von Reise zu Reise zu leben. Leben macht nur Sinn jetzt. Nur jetzt. Das Heute erleben, bewusst und aufmerksam, ob mit oder ohne Urlaub.
Es macht auch keinen Sinn, Anhäufungen von Erlebnissen oder Ruhezeiten zu tätigen, jedenfalls macht es keinen Sinn für die Zukunft. Es macht Sinn, auf das Jetzt zu achten. Jeder neue Tag wird ein Geschenk sein, kein neuer Tag muss sein, jeder kann sein, jeder Tag wird nur geschenkt.
Gib mir Kraft für einen Tag,
Herr, ich bitte nur für diesen,
dass mir werde zugewiesen,
was ich heute brauchen mag.
Aus unserem Gesangbuch Nr. 360,
Text: Rudolf Lehmann-Filhes
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Deshalb lade ich Sie ein, aufmerksam zu leben, zu Hause und im Urlaub, auf das zu achten, das uns begegnet, es als von Gott über den Weg geschickt verstehen, es einordnen in den Lebensablauf, zuversichtlich und aufmerksam.
Und die Ruhephasen sollten wir nicht in die Zukunft verschieben, in einen nächstjährigen Urlaub oder eine Reise in die Ferne. Die Ruhezeiten gehören nach Gottes Rat mitten ins Leben, immer spätestens nach sechs Tagen, so heißt es: am siebenten sollst Du ruhen.
Eine gesegnete Nach-Urlaubszeit wünscht Ihnen
Erwin Leuthold
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein französischer Gelehrter durchstreifte einmal die Wüste und hatte sich als Führer einige Einheimische mitgenommen. Vor dem Abendessen knieten diese nieder und sprachen ein Dankgebet. „Was macht ihr da?“ fragte der Gelehrte. „Wir beten!“ - „Zu wem denn?“ - „Zu Gott!“ Voller aufklärerischem Eifer bohrte er weiter: „Habt ihr denn diesen Gott jemals gesehen oder betastet oder gefühlt?“ „Nein!“ gaben sie zu. „Dann seid ihr Narren!“ Mit stolz geschwellter Brust legte er sich schlafen.
Am nächsten Morgen kroch er aus dem Zelt und fasste mit seiner Hand in einen Haufen Kameldung. „Pfui!“ rief er, „hier waren heute Nacht wilde Kamele.“ „So?“ grinsten die Einheimischen, „und hast du diese Kamele auch gesehen oder betastet oder gefühlt?“ - „Nein.“ - „Dann bist du aber ein seltsamer Gelehrter, der an Kamele glaubt, ohne sie zu sehen!“ – „Aber ich habe doch in den Kameldung gegriffen und rings um das Zelt sehe ich eindeutige Fußspuren von Kamelen – das genügt mir als Beweis!“
In dem Moment ging am Horizont die Sonne auf in all ihrer Pracht. Indem sie ehrfurchtsvoll in Richtung des Glutballes wiesen, sagten die Einheimischen: „Und dort sehen wir die Fußspuren unseres Gottes.“
Selten habe ich das Aufblühen der Natur im Frühling so intensiv erlebt wie in diesem Jahr. Von Tag zu Tag staunte ich darüber, wie die erst kahlen Äste der Bäume fast explodierten und sich in ein wahres Blütenmeer verwandelten. „Was für ein Wunder!“ dachte ich immer wieder. „Können wir Menschen so etwas machen? Wir können zum Mond fliegen und Computer konstruieren, aber was ist das im Vergleich zu diesem Wunder des erwachenden Lebens?“
Ich entdecke in all diesem erwachenden Leben die Fußspuren Gottes. Ich spüre fast, wie Gottes Herrlichkeit daraus hervorstrahlt. Ich kann in meinem Herzen nachvollziehen, was die Psalmisten der Bibel immer wieder in Anbetracht der wunderbaren Schöpfung beten: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“ (Psalm 8,10). Die Natur wird für mich immer mehr zu einem beeindruckenden Hinweis auf Gottes Größe und Güte. Paulus sagt in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom: „Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen.“ (Römer 1,20)
„Geh aus mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.
Ich selber kann und mag nicht ruhn: Des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.
Aus unserem Gesangbuch Nr. 110, 1+8, Text : Paul Gerhardt 1653
In diesem Sinne möchte ich sie einladen, in dieser schönen Frühsommerzeit in die Natur zu gehen, um dort die Fußspuren Gottes zu entdecken. Ein Spaziergang kann tatsächlich zu einem Gottesdienst werden, wenn wir dabei aufmerksam auf das hören, was die Schöpfung über den Schöpfer sagt. Der Apfelbaum, aus dessen Blüten langsam die Früchte heranreifen, kann uns z.B. zu einer Predigt über die Güte Gottes werden, die noch nichts von ihrer Kraft verloren hat. Oder aus dem Dahinplätschern des Erlenbächleins hören wir vielleicht ein Gotteslob heraus, das noch feiner und fröhlicher klingt als das beste Lied von Ephata.
Mit herzlichen Grüßen Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
ein französischer Gelehrter durchstreifte einmal die Wüste und hatte sich als Führer einige Einheimische mitgenommen. Vor dem Abendessen knieten diese nieder und sprachen ein Dankgebet. „Was macht ihr da?“ fragte der Gelehrte. „Wir beten!“ - „Zu wem denn?“ - „Zu Gott!“ Voller aufklärerischem Eifer bohrte er weiter: „Habt ihr denn diesen Gott jemals gesehen oder betastet oder gefühlt?“ „Nein!“ gaben sie zu. „Dann seid ihr Narren!“ Mit stolz geschwellter Brust legte er sich schlafen.
Am nächsten Morgen kroch er aus dem Zelt und fasste mit seiner Hand in einen Haufen Kameldung. „Pfui!“ rief er, „hier waren heute Nacht wilde Kamele.“ „So?“ grinsten die Einheimischen, „und hast du diese Kamele auch gesehen oder betastet oder gefühlt?“ - „Nein.“ - „Dann bist du aber ein seltsamer Gelehrter, der an Kamele glaubt, ohne sie zu sehen!“ – „Aber ich habe doch in den Kameldung gegriffen und rings um das Zelt sehe ich eindeutige Fußspuren von Kamelen – das genügt mir als Beweis!“
In dem Moment ging am Horizont die Sonne auf in all ihrer Pracht. Indem sie ehrfurchtsvoll in Richtung des Glutballes wiesen, sagten die Einheimischen: „Und dort sehen wir die Fußspuren unseres Gottes.“
Selten habe ich das Aufblühen der Natur im Frühling so intensiv erlebt wie in diesem Jahr. Von Tag zu Tag staunte ich darüber, wie die erst kahlen Äste der Bäume fast explodierten und sich in ein wahres Blütenmeer verwandelten. „Was für ein Wunder!“ dachte ich immer wieder. „Können wir Menschen so etwas machen? Wir können zum Mond fliegen und Computer konstruieren, aber was ist das im Vergleich zu diesem Wunder des erwachenden Lebens?“
Ich entdecke in all diesem erwachenden Leben die Fußspuren Gottes. Ich spüre fast, wie Gottes Herrlichkeit daraus hervorstrahlt. Ich kann in meinem Herzen nachvollziehen, was die Psalmisten der Bibel immer wieder in Anbetracht der wunderbaren Schöpfung beten: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“ (Psalm 8,10). Die Natur wird für mich immer mehr zu einem beeindruckenden Hinweis auf Gottes Größe und Güte. Paulus sagt in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom: „Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen.“ (Römer 1,20)
„Geh aus mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.
Ich selber kann und mag nicht ruhn: Des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.
Aus unserem Gesangbuch Nr. 110, 1+8, Text : Paul Gerhardt 1653
In diesem Sinne möchte ich sie einladen, in dieser schönen Frühsommerzeit in die Natur zu gehen, um dort die Fußspuren Gottes zu entdecken. Ein Spaziergang kann tatsächlich zu einem Gottesdienst werden, wenn wir dabei aufmerksam auf das hören, was die Schöpfung über den Schöpfer sagt. Der Apfelbaum, aus dessen Blüten langsam die Früchte heranreifen, kann uns z.B. zu einer Predigt über die Güte Gottes werden, die noch nichts von ihrer Kraft verloren hat. Oder aus dem Dahinplätschern des Erlenbächleins hören wir vielleicht ein Gotteslob heraus, das noch feiner und fröhlicher klingt als das beste Lied von Ephata.
Mit herzlichen Grüßen Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr 2008 hat Manches ins Wanken gebracht, worauf wir uns bisher so selbstverständlich verlassen konnten. Die Finanzkrise löste eine wirtschaftliche Kettenreaktion aus, deren negativen Folgen noch nicht abzusehen sind. Viele fragen nun unsicher: Was wird die Zukunft bringen? Worauf können wir uns denn noch verlassen?
Mir geben einige Sätze Jesu am Ende seiner Bergpredigt eine treffende Analyse unserer Lage. Sie umschreiben bildhaft, was im Jahr 2008 passiert und was für das Jahr 2009 geboten ist:
„Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute. Als eine Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein.
Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute. Als die Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen und alles lag in Trümmern.“
(Matthäus 7, 24-27; Übersetzung Gute-Nachricht-Bibel)
Vieles, worauf Menschen ihr Leben bauen, ist wie Sand. Es trägt nicht, wenn Krisen kommen. Geld ist so ein sandiger Lebensgrund. Das haben wir im großen Stil gesehen. Das erleben Menschen aber auch im kleinen Stil. Du liegst zum Beispiel im Krankenhaus und merkst, dass Du Dir mit keinem Reichtum der Welt Gesundheit kaufen kannst. Und spätestens, wenn wir im Sterben liegen, werden wir begreifen, dass wir nichts von all dem Materiellen mitnehmen können, das uns jetzt noch so wichtig ist.
Im Januar hat der Großunternehmer Merckle angesichts seines finanziellen Desasters den Freitod gewählt. Ich sah zur gleichen Zeit einen anderen Menschen, den die Finanzkrise sehr hart traf. Aber er zerbrach daran nicht, weil er eine Familie hatte, die die Schwierigkeiten und Einschränkungen voller Verständnis mittrug.
Jesus sagt: „Wer diese meine Worte hört und tut, der ist wie ein Mensch, der sein Haus auf Fels baut.“ Gottes Worte hören und tun – es gibt keinen besseren Grund als diesen. Wer darauf baut, investiert zum Beispiel bewusst in Liebe und Solidarität. Und die hat immer den längeren Atem.
Für unsere Gemeinde scheint mir momentan besonders das „Hören“ dran zu sein. Welchen Einfluss hat eigentlich noch die Bibel auf unser Leben? Wie viel Zeit verbringen wir damit, darin zu lesen? Nur 10 Minuten pro Tag würden Gott schon eine ganz andere Chance einräumen, durch sein Wort zu uns sprechen zu können. Und in solchem regelmäßigen Hören auf Gottes Wort finden wir dann ein Lebensfundament, das wirklich belastbar ist.
Ein mutiger Anfang für eine Neubesinnung könnte das Mitmachen bei unserer Fasten-Bibellese-Aktion „Expedition zum Ich“ sein. 40 Tage lang die zentralen biblischen Texte bedenken – für sich und mit anderen. Dazu laden wir als Gemeinde vom 22.Februar bis 5.April ein. Sind Sie schon dabei? Wenn nicht, möchte ich Sie gerne noch dafür gewinnen! Es wird Ihnen gut tun und ihr Lebensfundament stärken!
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr 2008 hat Manches ins Wanken gebracht, worauf wir uns bisher so selbstverständlich verlassen konnten. Die Finanzkrise löste eine wirtschaftliche Kettenreaktion aus, deren negativen Folgen noch nicht abzusehen sind. Viele fragen nun unsicher: Was wird die Zukunft bringen? Worauf können wir uns denn noch verlassen?
Mir geben einige Sätze Jesu am Ende seiner Bergpredigt eine treffende Analyse unserer Lage. Sie umschreiben bildhaft, was im Jahr 2008 passiert und was für das Jahr 2009 geboten ist:
„Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute. Als eine Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein.
Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute. Als die Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen und alles lag in Trümmern.“
(Matthäus 7, 24-27; Übersetzung Gute-Nachricht-Bibel)
Vieles, worauf Menschen ihr Leben bauen, ist wie Sand. Es trägt nicht, wenn Krisen kommen. Geld ist so ein sandiger Lebensgrund. Das haben wir im großen Stil gesehen. Das erleben Menschen aber auch im kleinen Stil. Du liegst zum Beispiel im Krankenhaus und merkst, dass Du Dir mit keinem Reichtum der Welt Gesundheit kaufen kannst. Und spätestens, wenn wir im Sterben liegen, werden wir begreifen, dass wir nichts von all dem Materiellen mitnehmen können, das uns jetzt noch so wichtig ist.
Im Januar hat der Großunternehmer Merckle angesichts seines finanziellen Desasters den Freitod gewählt. Ich sah zur gleichen Zeit einen anderen Menschen, den die Finanzkrise sehr hart traf. Aber er zerbrach daran nicht, weil er eine Familie hatte, die die Schwierigkeiten und Einschränkungen voller Verständnis mittrug.
Jesus sagt: „Wer diese meine Worte hört und tut, der ist wie ein Mensch, der sein Haus auf Fels baut.“ Gottes Worte hören und tun – es gibt keinen besseren Grund als diesen. Wer darauf baut, investiert zum Beispiel bewusst in Liebe und Solidarität. Und die hat immer den längeren Atem.
Für unsere Gemeinde scheint mir momentan besonders das „Hören“ dran zu sein. Welchen Einfluss hat eigentlich noch die Bibel auf unser Leben? Wie viel Zeit verbringen wir damit, darin zu lesen? Nur 10 Minuten pro Tag würden Gott schon eine ganz andere Chance einräumen, durch sein Wort zu uns sprechen zu können. Und in solchem regelmäßigen Hören auf Gottes Wort finden wir dann ein Lebensfundament, das wirklich belastbar ist.
Ein mutiger Anfang für eine Neubesinnung könnte das Mitmachen bei unserer Fasten-Bibellese-Aktion „Expedition zum Ich“ sein. 40 Tage lang die zentralen biblischen Texte bedenken – für sich und mit anderen. Dazu laden wir als Gemeinde vom 22.Februar bis 5.April ein. Sind Sie schon dabei? Wenn nicht, möchte ich Sie gerne noch dafür gewinnen! Es wird Ihnen gut tun und ihr Lebensfundament stärken!
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
das Jahr 2008 hat Manches ins Wanken gebracht, worauf wir uns bisher so selbstverständlich verlassen konnten. Die Finanzkrise löste eine wirtschaftliche Kettenreaktion aus, deren negativen Folgen noch nicht abzusehen sind. Viele fragen nun unsicher: Was wird die Zukunft bringen? Worauf können wir uns denn noch verlassen?
Mir geben einige Sätze Jesu am Ende seiner Bergpredigt eine treffende Analyse unserer Lage. Sie umschreiben bildhaft, was im Jahr 2008 passiert und was für das Jahr 2009 geboten ist:
„Wer diese meine Worte hört und sich nach ihnen richtet, wird am Ende dastehen wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baute. Als eine Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten und der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, stürzte es nicht ein.
Wer dagegen diese meine Worte hört und sich nicht nach ihnen richtet, wird am Ende wie ein Dummkopf dastehen, der sein Haus auf Sand baute. Als die Regenflut kam und die Flüsse über die Ufer traten, der Sturm tobte und an dem Haus rüttelte, fiel es in sich zusammen und alles lag in Trümmern.“
(Matthäus 7, 24-27; Übersetzung Gute-Nachricht-Bibel)
Vieles, worauf Menschen ihr Leben bauen, ist wie Sand. Es trägt nicht, wenn Krisen kommen. Geld ist so ein sandiger Lebensgrund. Das haben wir im großen Stil gesehen. Das erleben Menschen aber auch im kleinen Stil. Du liegst zum Beispiel im Krankenhaus und merkst, dass Du Dir mit keinem Reichtum der Welt Gesundheit kaufen kannst. Und spätestens, wenn wir im Sterben liegen, werden wir begreifen, dass wir nichts von all dem Materiellen mitnehmen können, das uns jetzt noch so wichtig ist.
Im Januar hat der Großunternehmer Merckle angesichts seines finanziellen Desasters den Freitod gewählt. Ich sah zur gleichen Zeit einen anderen Menschen, den die Finanzkrise sehr hart traf. Aber er zerbrach daran nicht, weil er eine Familie hatte, die die Schwierigkeiten und Einschränkungen voller Verständnis mittrug.
Jesus sagt: „Wer diese meine Worte hört und tut, der ist wie ein Mensch, der sein Haus auf Fels baut.“ Gottes Worte hören und tun – es gibt keinen besseren Grund als diesen. Wer darauf baut, investiert zum Beispiel bewusst in Liebe und Solidarität. Und die hat immer den längeren Atem.
Für unsere Gemeinde scheint mir momentan besonders das „Hören“ dran zu sein. Welchen Einfluss hat eigentlich noch die Bibel auf unser Leben? Wie viel Zeit verbringen wir damit, darin zu lesen? Nur 10 Minuten pro Tag würden Gott schon eine ganz andere Chance einräumen, durch sein Wort zu uns sprechen zu können. Und in solchem regelmäßigen Hören auf Gottes Wort finden wir dann ein Lebensfundament, das wirklich belastbar ist.
Ein mutiger Anfang für eine Neubesinnung könnte das Mitmachen bei unserer Fasten-Bibellese-Aktion „Expedition zum Ich“ sein. 40 Tage lang die zentralen biblischen Texte bedenken – für sich und mit anderen. Dazu laden wir als Gemeinde vom 22.Februar bis 5.April ein. Sind Sie schon dabei? Wenn nicht, möchte ich Sie gerne noch dafür gewinnen! Es wird Ihnen gut tun und ihr Lebensfundament stärken!
Ihr
Pastor Clemens Klingel
Liebe Leserin, lieber Leser,
dunkle Wolken haben sich über der Weltwirtschaft zusammengebraut. Viele Menschen fragen sich bange: Was kommen da noch für Einschränkungen auf uns zu? Auch sind viele zutiefst darüber erschrocken, wie unkontrollierbar das weltweite Finanzsystem geworden ist. Ethische und moralische Werte scheinen auf der Strecke geblieben zu sein auf einem globalen, gnadenlos freien Markt.
Der Prophet Jesaja sprach schon vor fast drei Jahrtausenden von „einem Volk, das in der Finsternis umherirrt…“ Er meinte damit sein Volk. Doch trifft diese Zustandsbeschreibung nicht auch exakt unsere heutige Situation? Dabei ist diese Finanzkrise ja nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielen Dunkelheiten, den der Tanz um das Goldene Kalb schon seit langem nach sich zieht.
Während zurzeit Hunderte von Milliarden in die Rettung der Finanzmärkte gepumpt werden, sterben nach Schätzungen der WHO täglich 25.000 Kinder an den Folgen von Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung. Das muss man sich einmal bildlich vorstellen: Das sind etwa 70 Jumbojets voller Kinder, die jeden Tag elend sterben! Eine fast unerträgliche Vorstellung…
Sehen wir hier nicht in das Angesicht der finstersten Finsternis auf dieser Welt? Wie viel Empörung und wie viele Milliarden haben wir eigentlich für diesen Skandal übrig?
„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Lande scheint es hell.“
Die alte Frage lautet: Was kann man denn dagegen tun? Wer oder was könnte Licht in all diese Dunkelheiten bringen? Der Prophet Jesaja kündete um 700 v.Chr. eine große Veränderung durch Gott an:
So etwas wäre doch auch heute genial angesichts des weltweiten Hungers oder der Finanzkrise oder der Klimakatastrophe oder der unzähligen Kriege auf der Welt! Wo ist dieses riesige Licht, das unsere bedrängenden Probleme erhellt und vertreibt? Am Besten sollte Gott gleich alle Dunkelheit abschaffen!
Und das wird sogar eines Tages geschehen, wenn Gott, „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ gründen wird (Offenbarung 21). In dieser neuen Welt Gottes wird es tatsächlich keine Finsternis mehr geben, weil „SEINE Herrlichkeit dann alle erleuchtet und die Völker im Lichte Gottes wandeln“.
Doch noch ist es nicht soweit. Noch leben wir in der alten Welt. Noch leben wir in einer Zeit, in der wir uns offensichtlich mit kleinen Lichtern und bescheidenen Lichtblicken begnügen müssen. Aber auch die sind unendlich wichtig.
Auf unserem Titelbild sehen wir eine Laterne, die mit ihrem bescheidenen Licht die Dunkelheit über einem winterlichen Schneefeld erleuchtet. Sie schafft es nicht, die Nacht in Tag zu verwandeln, aber sie schafft es, ihre Umgebung in ein warmes Licht zu tauchen. Und genau das brauchen wir im übertragenen Sinne auf dieser Welt: Menschen, die mit ihren bescheidenen Möglichkeiten Licht in ihre Umgebung bringen. Viele kleine Lichter an vielen dunklen Orten sind sogar oft besser als ein einziges grelles Flutlicht.
Sie und ich - wir sind gefragt. Wir können in unserem Lebensumfeld so etwas sein wie die Laterne auf unserem Titelbild. Wir können mit unseren bescheidenen Möglichkeiten Licht verbreiten. Und wir können noch etwas tun: Wir können Menschen auf der ganzen Welt unterstützen, die in ihrem Umfeld solche Licht- und Hoffnungsträger sind.
In den Berichten über die Südafrikafahrt unseres Chores Ephata hören wir in diesem Gemeindebrief von solchen Menschen. Und auch „Brot für die Welt“ und die „EmK-Weltmission“ fördern solche Menschen und Projekte, die wie Licht in ihrer Umgebung sind. Wir sollten sie unterstützen mit unserer Fürbitte und mit unserem Geld.
Und hier schließt sich ein wenig der Kreis: In einer Zeit, in der das Geld für viele knapper werden wird, sollten wir uns erst recht überlegen, für was wir es am sinnvollsten ausgeben. Es in „Licht für die Welt“ zu investieren, scheint mir sehr weise und in Gottes Sinne zu sein.
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen
Ihr
Pastor Clemens Klingel
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